Das Dach schützt vor kaltem und heissem Wetter

DachziegelDer Begriff Dach bedeutet folgendes:

  • Die obere Abdeckung eines Hauses, eines Fahrzeuges oder eines Zeltes
  • Salopp/umgangssprachlich: der menschliche Kopf

Woher stammt der Begriff Dach?

Dach kommt vom Mitteldeutschen -> gmh, althochdeutsch dah, eigentlich = das Deckende. Germanisch paka – „Dach“. Seit dem 9. Jahrhundert ist das Wort „Dach“ belegt und war im 8. Jahrhundert bereits als „gidah“ bekannt.

Das Dach

Ein jedes Dach ist mit seinen einzelnen Bestandteilen aus

  • Dachstuhl
  • Tragenden Dachsparren
  • Dachfetten und
  • der Dachhaut

individuell.

Eines ist sicher: Das Erscheinungsbild eines Hauses wird durch das Dach geprägt. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass auch die entsprechende örtliche Baubehörde besonders bei der Dacheindeckung ein Mitspracherecht fordert.

Jedes Material, das bei der Dacheindeckung genutzt wird, hat seine Vor- und Nachteile.

  • Das Reetdach! Dieses kommt beispielsweise häufig in Norddeutschland vor. Es ist sehr witterungsbeständig und dämmt auch sehr gut. Aber es muss regelmäßig erneuert werden und es benötigt auch eine gewisse Pflege. Zudem ist diese Art der Dacheindeckung mit Schilf sehr aufwendig.
  • Das Schieferdach! Auch hier ist die Eindeckung des Daches aufwendig.
  • Das Metalldach – vor allem in Verbindung mit einer Altbausanierung.

Während bei den beiden Naturprodukten Reet (Schilf) und Schiefer bereits im Vorfeld eine Menge Handarbeit vonnöten ist, werden die Dachziegel und Dachsteine industriell und in Massen produziert. Mit diesen Materialien kann ein Dach kostengünstig eingedeckt werden und das, ohne auf ganz individuelle Gestaltungsmöglichkeiten zu verzichten. Denn bei den Dachsteinen und –ziegeln bietet der Handel eine Vielzahl von Formen und Farben an und das wird dann noch erweitert durch ganz individuellen Dachschmuck.

Die passende Dacheindeckung – sie bietet Schutz für viele Jahre

Wer sich umsieht, der wird feststellen, dass der größte Teil der deutschen Dächer mit Dachsteinen oder Dachziegeln eingedeckt sind. Doch die Auswahl des passenden Materials, das zur Eindeckung des Daches genutzt wird, ist abhängig von mehreren Faktoren.

Eines ist sicher, ein Dach ist ein echtes Multitalent, das praktischen Nutzen und Optik optimal miteinander verbindet. Das Dach bzw. die Dacheindeckung schützt das Haus vor den Witterungseinflüssen, sorgt für ein angenehmes Wohnklima und prägt zudem auch den Charakter des Hauses. Eine entscheidende Rolle spielt das Material, denn Haus und Dach müssen miteinander harmonieren und nicht nur auf dem Grundstück optisch eine Einheit bilden – sondern das Ganze muss auch in die Nachbarschaft passen.

Welche Dacheindeckung auf welches Dach?

Die Auswahlmöglichkeit wird häufig bereits durch die Dachform und -Neigung sowie der Bauvorschriften eingegrenzt. Dazu kommt, dass die traditionell regionaltypischen Dacheindeckungen, wie beispielsweise Schiefer, Reet oder Biberschwanz in der modernen Architektur von den günstigeren Varianten verdrängt werden.

Die Regeldachneigung gilt im Übrigen als Richtwert. Von dieser wird angegeben, bis zu welchen Neigungsgrad ein Dach als regensicher gilt. Das heißt, das Falzziegel werden häufig bei den einfachen Dachformen (Neigung ab 22 Grad / bsp. Satteldach) genutzt. Die Flachziegel wie der Biberschwanz wird bei einer Regeldachneigung von 30 bis 35 Grad genutzt und die Hohlziegel ab 40 Grad. Jedoch kann die Regeldachneigung bei einer entsprechenden Unterkonstruktion bzw. einem wasserdichten Unterdach auch unterschritten werden.

Der Dachstuhl – ein wichtiges tragendes Bauteil

Bevor es jedoch an die Dacheindeckung geht, steht der Dachstuhl an und dieser gehört zu den wichtigsten tragenden Bauteilen eines jeden Gebäudes. Der Dachstuhl muss zahlreiche Belastungen aushalten: neben seinem Eigengewicht, auch die Dacheindeckung sowie Wind- und Schneelasten.

Ein Dachstuhl kann ganz unterschiedlich konstruiert und aufgebaut sein. Doch alle Dachformen haben eines gemeinsam – sie sind ein Tragewerk aus Holz, das zu einem stabilen Ganzen zusammengefügt sind. Die Dreiecksform ist für den Dachstuhl kennzeichnend und ganz nach dem statischen Grundgesetz: Viereck geht, Dreieck besteht – werden die einzelnen Balken und Sparren ideal gegeneinander ausgesteift. Sparren-, Pfetten- und Kehlbalkendach sind heute die häufigste Dachform für geneigte Dächer. Bei den modernen Gebäuden werden auch häufig die einseitig schrägen Pultdächer eingesetzt.

Die Kosten eines Daches: Welcher Dachstuhl soll es sein?

Bei den folgenden Kosten handelt es sich nur um ungefähre Richtwerte für die einzelnen Dachstuhlarten. Es kann je nach Region und Ausführungsart zu mehr oder weniger starken Abweichungen kommen:

  • Ein Satteldach: mind. 60 Euro pro Quadratmeter für den Rohbau
  • Ein Walmdach: zwischen 80 und 100 Euro pro Quadratmeter beim Rohbau
  • Ein Mansarddach: die teuerste Dachstuhlvariante: pro Quadratmeter mind. 80 Euro
  • Flachdach 0hne Wärmedämmung und Bekiesung – einfache Abdichtung: ungefähr 40 Euro pro Quadratmeter

Durch die notwendige Eindeckung und die Wärmedämmung erhöhen sich die genannten Preise. So kann für die Eindeckung ein Preisspanne von circa 20 bis 100 Euro und mehr pro Quadratmeter bestehen. Die Wärmedämmung wird nach dem aktuellen Standard rund 60 Euro pro Quadratmeter Dachfläche zusätzlich kosten.

Ein Beispiel für ein Walmdach – 200 qm Dachfläche – der Dachstuhl kostet 95 Euro pro Quadratmeter:

  • Dachstuhl:                     000 Euro
  • Tragglattung und Dachabdichtung: 200 Euro
  • Dacheindeckung/Tonziegel:      000 Euro

Gesamtkosten                    30.200 Euro

 

Hinweis: Es sollten die Arbeits- und Materialkosten von den einzelnen Handwerksfirmen getrennt ausgewiesen werden. Die Rechnungen dann bei der nächsten Steuererklärung mit einreichen.

Tipps & Tricks: Es gibt auch bei der KfW staatliche Fördermöglichkeiten für ein neues Dach (Dachsanierung). Besonders die Maßnahmen für die Wärmebrückenreduzierung Unterliegen der staatlichen Förderung – doch auch andere Modernisierungsarbeiten an einem Altbau können und werden finanziell bezuschusst.

Die Dachbeschichtung

Kosten und Preise spielen bei der Entscheidung ob man sich für eine neue Dacheindeckung entscheidet eine große Rolle. Von den Firmen wird als kostengünstige Alternative auch die Dachbeschichtung empfohlen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn dabei handelt es sich nicht um eine geschützte Handwerkstätigkeit, für die der ausführende Betrieb oder Handwerker eine bestimmte Ausbildung benötigt.

Die Preise für eine Dachbeschichtung liegen zwischen 8 und 10 Euro bei den billigen Anbietern und 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter bei den Maler- und Dachdeckerfachbetrieben.

Sicherlich niemand will am Dach sparen, denn Sturmschäden und Feuchtigkeit sind Verursacher von immensen Schäden. Doch ob eine komplette Sanierung des Daches notwendig ist, eine neue Dacheindeckung notwendig ist oder eine zusätzliche Dachbeschichtung dem Dach neuen Glanz verleiht, das kommt auf die Bausubstanz an.

So wird ein Dach, dass qualitativ in Ordnung ist mit einer Dachbeschichtung ohne Neueindeckung oftmals noch einige Jahre seiner Aufgabe nachgehen können. Doch sind die Balken morsch und Dachpfannen beschädigt, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass hier eine Dacheindeckung in Betracht gezogen werden muss.